Hausschweine als Haustiere: Alles, was Sie über die Haltung und Pflege wissen müssen

Erste Schritte vor der Anschaffung von Hausschweinen

Haben Sie schon einmal mit dem Gedanken gespielt, ein Hausschwein als Haustier zu halten? Dann gilt es einige wichtige Dinge zu beachten, was die Haltung und Pflege der Tiere betrifft. Ein Hausschwein braucht insbesondere viel Platz und Außenfläche, um sich so richtig wohlzufühlen. Nachbarn in der unmittelbaren Umgebung wirken da eher störend. Zudem sollten Sie das Schwein nicht allein, sondern in Gesellschaft weiterer Hausschweine halten.

Hausschweine tun sich in der Natur gerne zu Rotten zusammen, daher empfiehlt sich die Einzelhaltung auf keinen Fall. Nicht zuletzt wirkt sich eine konsequente Erziehung positiv auf das Verhalten der Hausschweine aus. Anders als mit einem Hund können Sie mit einem Schwein nicht einfach mal schnell Gassi gehen, denn dies ist sogar verboten. Bevor Sie sich ein Schwein als Haustier anschaffen, gilt es dieses behördlich anzumelden.

In reinen Wohngebieten im urbanen Raum ist die Haltung von Schweinen beispielsweise nicht erlaubt.
Zeit und Motivation, sich um die Hausschweine zu kümmern bilden natürlich eine Grundvoraussetzung, damit die Haltung letztlich auch erfolgreich ausfällt.

Wenn Sie mehr über die Geschichte der Hausschweine wissen wollen, klicken Sie hier.

Hausschweine brauchen viel Platz zum Wühlen und Suhlen

Es ist immer von Vorteile, wenn Ihre Hausschweine viel Platz im Außenbereich zur Verfügung haben, um sich ausgiebig suhlen und im Boden wühlen zu können. Pro Schwein sollten Sie mindestens zwölf Quadratmeter an Fläche einkalkulieren, davon entfallen zwei Quadratmeter auf den Stall und zehn Quadratmeter auf die Außenfläche im Garten oder Hof. Besser ist es aber in jedem Fall, wenn Ihnen eine sehr viel größere Fläche je Schwein zur Verfügung steht, die gut und gerne das Zehnfache der oben genannten Zahl betragen darf.

Als Richtwert gelten 100 Quadratmeter Auslauffläche. Lassen Sie die Schweine selbst entscheiden, ob sie lieber draußen im Boden wühlen oder bei Wind oder Regen im Stall entspannen möchten. Ein- und Ausgänge aus dem Stall heißt es ebenso großzügig anzulegen. Artgerechte Flächen kommen in vielen Fällen immer noch viel zu selten vor. Die artgerechte Haltung und Pflege der Schweine gestaltet sich meist viel aufwändiger, als Sie sich das womöglich ausmalen.

Klein und süß sind Schweine nur am Anfang

Nicht anders als beim Menschen, bleibt ein Hausschwein nicht lange das kleine und süße Baby, als welches es sich viele Tierfreunde ausmalen. Ausgewachsen bringt ein Hausschwein zwischen 60 und 150 Kilogramm auf die Waage. Wenn Sie es lieber sehen, dass das Schwein klein bleibt, sind Sie mit einem Göttinger Minischwein auf der besseren Seite. Schweine werden aber nicht nur groß und schwer, sondern machen auch jede Menge Lärm. Mitunter bringt ein Hausschwein sogar ohrenbetäubende Geräusche und Klänge zum Vorschein.

Gute Ernährung für Hausschweine

Eine artgerechte Haltung und Pflege von Hausschweinen geht eng einer mit einer guten und gesunden Ernährung für die Tiere. Neben Heu, Gerste, Hafer und Mais gehören auch Obst und Gemüse wie Äpfel, Kartoffeln, Gurken oder Karotten auf den Speisezettel für Schweine. Nüsse sollten Sie hingegen nur gelegentlich dem Schweinefutter beigeben. Vor allem knabbern Schweine gerne an Ästen, Blättern oder auch Baumrinde. Küchenabfälle vertragen Schweine genauso wenig wie Menschen und machen sie krank.

Schweine gelten von Natur aus als Omnivoren, fressen also prinzipiell auch Fleisch. In Deutschland ist es jedoch gesetzlich verboten, Fleisch an Hausschweine zu verfüttern, um einen Ausbruch von Krankheiten wie der Maul- und Klauenseuche vorzubeugen. Eine Ausnahme gilt lediglich für Fischmehl und neuerdings auch zugelassene Insekten.

Was sollten Sie über Hausschweine wissen?

Schweine gelten als sehr intelligente Tiere und erreichen ein Alter von bis zu 15 Jahren. Es stellt keineswegs ein Ding der Unmöglichkeit dar, sie stubenrein zu erziehen und ihnen Tricks beizubringen. Ausgewachsen ist ein Hausschwein im Alter von ungefähr vier Jahren. Die Intelligenz der Hausschweine bringt die Frage mit sich, was Sie Ihren Schweinen alles erlauben möchten und was nicht. Nachlässigkeit und Milde nutzen die Tiere bisweilen schamlos aus und versuchen sich daraus Vorteile zu verschaffen.

Eine bewährte Methode, die Sie bei der Erziehung der Schweine anwenden können, bildet das Clickertraining. Denn etwas Gutes zu Essen lockt sie so gut wie immer an. Natürlich dürfen Sie oder Ihre Kinder mit den Schweinen auch einmal schmusen, zugleich gibt es aber mehr als genug Situationen, in denen Sie Durchsetzungsvermögen an den Tag legen sollten, um eine klare Rangordnung zu etablieren. Nicht zuletzt sollten Sie auch ziemlich tolerant sein, denn es kommt schnell mal zu zerstörter Kleidung oder zerbrochenen Alltagsgegenstände durch die Anwesenheit der Hausschweine.

Kosten für ein Hausschwein

Die Kosten für ein Hausschwein aus einer der hierzulande verbreiteten Rassen reichen von 150 bis zu 700 Euro. Professionelle Züchter verlangen in der Regel höhere Preise als Privatpersonen. Hinzu kommen die Kosten für den Außenbereich und den Stall. Aber auch laufende Ausgaben gilt es als Schweinehalter zu berücksichtigen. Diese liegen bei um die 50 Euro pro Monat und Schwein.

Fazit

Die Anschaffung und Haltung von Hausschweinen sollte gut überlegt sein. Deren Pflege erfordert nicht minder viel Motivation und Zeiteinsatz.

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